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A3 bei Köln, Tempolimit 120 km/h wegen Baustelle. Ihr GPS zeigt 152 km/h — nach Toleranzabzug bleiben 28 km/h zu viel. Auf der Autobahn gelten dieselben Bußgeldsätze wie außerorts: 180 €, 1 Punkt. Aber Vorsicht: Auf vielen Autobahnabschnitten gibt es heute feste Tempolimits — die Zeiten der unbegrenzten Autobahn werden weniger.
Luftaufnahme einer deutschen Autobahn bei goldenem Licht mit Fahrzeugen
Luftaufnahme einer deutschen Autobahn bei goldenem Licht mit Fahrzeugen

Wichtige Gerichtsurteile

Richtgeschwindigkeit vs. Tempolimit auf der Autobahn

Auf deutschen Autobahnen gilt die Autobahn-Richtgeschwindigkeitsverordnung: eine empfohlene Geschwindigkeit von 130 km/h. Dies ist kein Tempolimit — schneller fahren ist erlaubt und wird nicht bestraft.

Aber: Wer schneller als 130 km/h fährt und in einen Unfall verwickelt wird, muss mit einer Mithaftung rechnen — auch wenn der andere Fahrer schuld war. Gerichte gehen von einer erhöhten Betriebsgefahr aus.

Auf vielen Autobahnabschnitten gelten jedoch feste oder variable Tempolimits durch Beschilderung (z.B. 120, 100 oder 80 km/h). Diese sind verbindlich und Verstöße werden nach dem regulären Bußgeldkatalog geahndet.

Bußgelder auf der Autobahn — wie außerorts

Autobahn-Geschwindigkeitsverstöße werden nach der Außerorts-Tabelle des Bußgeldkatalogs geahndet — die Strafen sind also identisch mit Landstraßen-Verstößen:

Bis 20 km/h: 20–60 € (keine Punkte)

21–40 km/h: 100–200 € + 1 Punkt

41–50 km/h: 320 € + 2 Punkte + 1 Monat Fahrverbot

51–60 km/h: 480 € + 2 Punkte + 2 Monate Fahrverbot

Über 60 km/h: 600–800 € + 2 Punkte + 3 Monate Fahrverbot

Wichtig für PKW mit Anhänger: Auf der Autobahn gilt Tempo 80 (mit Zulassung nach § 18 Tempo 100). Eine Überschreitung wird nach den strengeren LKW-Sätzen bewertet.

Abstandsmessung auf der Autobahn

Auf Autobahnen werden nicht nur Geschwindigkeits-, sondern auch Abstandsverstöße besonders häufig gemessen. Der vorgeschriebene Sicherheitsabstand beträgt:

  • Halber Tachowert in Metern (Faustregel bei gutem Wetter)
  • Bei 130 km/h also mindestens 65 m
  • Bei Regen, Nebel oder Dunkelheit: deutlich mehr

Abstandsverstöße auf der Autobahn werden häufig über Brückenabstandsmessgeräte (z.B. ViBrAM, VAMA) erfasst und können mit bis zu 400 € und 2 Punkten geahndet werden.

Praktische Tipps

  • 130 km/h Empfehlung ernst nehmen: Auch ohne Tempolimit: Über 130 km/h steigt die Mithaftung bei Unfällen erheblich — und die Bremsweg-Physik arbeitet gegen Sie.
  • Wechselverkehrszeichen beachten: Elektronische Anzeigen über der Fahrbahn zeigen variable Tempolimits — diese sind verbindlich, auch wenn kein stationäres Schild steht.
  • Baustellenbereiche: In Autobahnbaustellen gelten oft 60–80 km/h. Diese Limits werden intensiv überwacht — mobile Blitzer sind hier Standard.
  • Rechts überholen verboten: Auf der Autobahn gilt ein striktes Rechtsüberholverbot (§ 5 Abs. 1 StVO) — Bußgeld: 100 €, 1 Punkt.
Hinweis: Alle Angaben ohne Gewähr.

Alle Angaben ohne Gewähr. Die Ergebnisse stellen keine Rechtsberatung dar und ersetzen nicht die Einschätzung eines Rechtsanwalts. Maßgeblich sind stets die aktuellen gesetzlichen Bestimmungen.

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Häufig gestellte Fragen

Nein, auf deutschen Autobahnen gilt kein generelles Tempolimit, sondern eine Richtgeschwindigkeit von 130 km/h. Viele Abschnitte haben jedoch feste Tempolimits durch Beschilderung.

Bei 26–30 km/h Überschreitung auf der Autobahn (außerorts-Tarif): 150 € Bußgeld und 1 Punkt. Ein Fahrverbot droht erst ab 41 km/h Überschreitung.

Ja, wenn kein Tempolimit durch Beschilderung angeordnet ist. Die 130 km/h sind nur eine Empfehlung. Allerdings kann schnelleres Fahren bei einem Unfall zur Mithaftung führen.

Nein, die Bußgelder sind identisch — beide werden nach der Außerorts-Tabelle des BKatV berechnet. Innerorts gelten höhere Strafen.

Je nach Geschwindigkeit und Abstand: 25–400 €, 0–2 Punkte, bis zu 3 Monate Fahrverbot. Bei über 130 km/h und weniger als 3/10 des Tachowerts Abstand: 320 €, 2 Punkte, 1 Monat Fahrverbot.

Datenquelle: Bundeseinheitlicher Tatbestandskatalog (BT-KAT-OWI), KBA Stand: 2026